Die persönliche Abstillgeschichte von Trish

28 Monate Stillbeziehung…

…boah, das klingt echt mega lang 🙈 es gab in dieser Zeit immer mal wieder Abstillversuche meinerseits, aber nie hat es sich richtig angefühlt. Oft war es der kurzzeitige Wunsch meinen Körper wieder für mich zu haben oder einfach mal wieder in Ruhe zu schlafen… 

Meist aber war es der gesellschaftliche Druck “was du stillst immer noch?” “Das willst du doch mehr als dein Baby!” “Du bekommst es doch nie wieder los” “dann muss es halt paar Nächte schreien” 

Ja, diese Fragen und “Tipps” prallten nicht einfach an mir ab! Aber tief in mir wusste ich, dass es für uns genau so richtig war, wie es eben gerade ist.

Und somit hatte es in der Vergangenheit (zum Glück) auch nicht geklappt. Meine innere Überzeugung war einfach eine Andere! Nach 3 Monaten beständigen Wunsch unsere Stillbeziehung langsam zu beenden, war ich aber bereit eine passende Lösung für uns zu finden. Ich hab mir kein Limit gesetzt mein einziger Wunsch war, dass es sanft für uns beide endet. Es war mein Bedürfnis, trotzdem sollte es letztendlich für uns beide okay sein. 

 Ich kontaktierte eine Stillberaterin von La Leche Liga Deutschland e.V. Diese Frauen sind ehrenamtlich tätig und machen wirklich wundervolle und wichtige Arbeit. Ganz unkompliziert schilderte ich per E-Mail mein Anliegen und bekam in Kürze eine liebevolle, ausführliche und äußerst hilfreiche Email zurück.Die Anregungen die ich dort bekommen habe waren so einleuchtend, individuell & einfach, dass ich sie sofort umsetzen konnte. Nach nur einem Monat waren wir stillfrei ❤

Die hilfreichsten Tipps möchte ich nun gerne auch mit euch teilen…

  • Erste und wichtigste Frage… Ist es wirklich DEIN persönliches Bedürfnis abzustillen? Nur dann hast du auch wirklich die innere Überzeugung und kannst diese ehrlich und ohne Druck deinem Kind ausstrahlen  
  • Überlege dir, welche Stillmahlzeit die am wenigsten wichtigste für dein Kind ist und schränke diese zuerst ein. 
  • Schalte bei jedem Schritt immer dein Herz mit ein und bleibe nicht blind konsequent. DU bist die Expertin für dein Kind.
  • Trau dich ehrlich zu sein! Du musst dir nichts aus den Fingern saugen. Erzählen dass die Brust weh tut (außer das entspricht der Wahrheit) oder keine Milch mehr kommt. Steh zu deinem Gefühl und sage dass du nicht mehr stillen möchtest.Nimm die Trauer deines Kindes & auch deine eigene ernst. Wir nehmen unserem Kind damit eine geliebte Gewohnheiten und “stillen” damit ein Bedürfnis. Das darf betrauert werden- auch von dir, wenn du willst. Ein so unglaublich besonderes Kapitel geht zu Ende und kommt nicht wieder, lass alle damit verbundenen Gefühle zu.
  • Gebt euch beiden Zeit. Setz dir kein Limit, das setzt euch nur unnötig unter Druck, erzeugt Stress & könnte den Prozess unnötig verlangsamen oder sogar verhindern.
  • Beobachte wann am häufigsten gestillt wird & ändere eure Gewohnheiten. Welche Alternative ist für euch am stimmigsten? Ein Bsp. von uns: Der Mittagsschlaf war sehr “stillgebunden” mein Kind ist aber auch wundervoll im Kinderwagen eingeschlafen, also gab es ab jetzt zur Mittagszeit immer einen ausgiebigen Spaziergang. Es wird häufiger Zuhause gestillt? Versuche im Abstillprozess mehr zu unternehmen- Ablenkung hilft in dieser Zeit ungemein. Bei euch wird am Liebsten Morgens gestillt?  Vielleicht ist es besser, wenn du in dieser Zeit vor deinem Kind aufstehst und schon mal ein leckeres Frühstück zubereitest? 
  • Nochmal die Erinnerung an dein Mamaherz:  Bleib bei deinem Wunsch, aber nicht blind! Wenn du merkst dass das Bedürfnis deines Kindes gerade sehr groß ist, dann ist es auch okay zu stillen. Kommuniziere einfach: “ich merke es ist dir jetzt unheimlich wichtig, ich lass dich gerne kurz stillen, okay?” Zähle leise für dich mit und verkürze die Abstände. Du brauchst keine Angst haben, dass das Abstillen deshalb nicht klappen würde.

 Dann kam die Nacht….

…das ist meist die liebgewonnenste Stillzeit & deshalb auch meist der herausfordernste Abstillprozess! Aber bitte, geh du wenn möglich den Weg mit deinem KIND und lass es nicht deinen Mann machen. Da wurden tatsächlich auch bei uns ein paar Tränen vergossen, auch da wieder, vertrau deinem Herzen, du erkennst ob es Trauer deines Kindes ist die begleitet werden darf, oder ein verzweifelter Hilfeschrei und somit ein kurzes Mamatanken nötig ist… Lass dein Kind nicht alleine mit diesen Gefühlen, es ist so wichtig für euch beide dieses wunderschöne Kapitel gemeinsam zu beenden, weil es eben eures ist!

Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner persönlichen #Abstillgeschichte helfen eure persönliche zu finden oder diese eben noch zu verschieben. Ansonsten kann ich euch nur ehrlich ans Herz legen euch an eine Stillberaterin zu wenden- sie sind Gold wert.

Ich habe zu dem Thema auch eine ganz wertvolle Podcastfolge für euch aufgenommen die ihr hier finden könnt. Viel Spaß beim Hören ❤

P.S.: Nach diesem Text, ganz unten auf der Seite, findest du einen Einblick in die Aufzeichnung des Workshops “Bedürfnisorientiertes Abstillen”. Die komplette Aufzeichnung steht dir zeitlich unbegrenzt im Mitgliederbereich zur Verfügung.