Bedürfnisorientiert Abstillen bedeutet, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten – insbesondere der Mama und des stillenden Kindes – erkannt und im Abstillprozess berücksichtigt werden.

Herzlich Willkommen im aktuellen Wochenthema – dem Abstillen. Aus unserer Sicht hat jede Mama das Recht zu Stillen, Abzustillen oder gar nicht zu Stillen.Es ist also vollkommen okay, wenn die Zeit für dich gekommen ist und du den Abstillprozess für euch einleiten möchtest. Die Frage, OB du weiter Stillen möchtest, kannst du nur für dich nach reiflicher Überlegung beantworten. Bei welcher Frage wir dich gut begleiten können, ist das WIE.

WIE der Prozess aussieht, ist so bedeutungsvoll für dein Kind und natürlich auch für dich!

Stillen ist für dein Kind meist ein Gesamtpaket: alle Bedürfnisse können in einem Akt erfüllt werden. Es ist daher völlig natürlich und sinnvoll, dass dein Kind deutlich macht, dass diese Bedürfnisse weiterhin durch das Stillen befriedigt werden sollen.

Trotz dieses Umstandes ist es wichtig als Mama auch deine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Dein Kind hat auf Dauer nichts davon, wenn du es gegen deinen Willen stillst. Die größte Angst als Mama ist in diesem Zusammenhang wohl die Sorge, ob ein solcher muttergeleitete Abstillprozess der Bindung zwischen Mama und Kind schadet. Dies könnte man zunächst meinen, weil beim Stillen insbesondere Oxytocin ausgeschüttet wird – das Bindungshormon. Bindung hängt aber nicht vom Stillen ab. Es gibt viele Möglichkeiten um eine sichere Bindung auch ohne Stillen zu bilden und weiter zu führen sowie Oxytocin auszuschütten. Dies kann insbesondere durch Körperkontakt sichergestellt werden.

Wurde nun bereits eine Bindung aufgebaut, nimmt diese im Rahmen des Abstillprozesses keinen Schaden. Zumindest dann nicht, wenn
– du als Mutter dein Kind in diesem Prozess begleitest;
– dein Kind sich weiterhin sicher fühlen kann;
– die Bedürfnisse deines Kindes weiterhin berücksichtigt werden; und
– du ein feinfühliges Verhalten an den Tag legst.

Wenn hingegen das Stillen gegen den Wunsch der Mutter über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten bleibt, kann dies die Bindung zum Kind tatsächlich belasten.

Solltest du also die Entscheidung treffen, dein Kind abzustillen, gehe hier so in den Abstillprozess, dass du dein Kind sicher und gut begleiten kannst. Sei daher vorbereitet und achte gut auf dich.

Trotz eines gut geplanten Abstillprozesses darf dein Kind traurig und wütend sein. Und auch du als Mama darfst in dieser Zeit verschiedene Gefühle durchlaufen. Es ist schließlich für beide Seiten ein sehr emotionaler Prozess.

Die Bedürfnisse deines Kindes können auch weiterhin erfüllt werden. Ihr müsst im Abstillprozess jedoch beide einen für euch passenden individuellen Weg finden, um dies möglich zu machen. Das erfordert etwas Geduld und Zeit.

Gerne begleiten wir dich beim nächsten Workshop in deinem Prozess,

am Mittwoch,  den 30.09.2020 um 20 Uhr

mit Dominique, unserer bindungsorientierten Familienbegleiterin.

Wenn du beim Live nicht dabei sein kannst oder erst später deine Mitgliedschaft abschließt, steht dir die Aufzeichnung zur Verfügung. Diese kannst du rundum die Uhr anschauen, wann immer es für dich passt.